| CDU: Magistrat soll Rückzug aus dem Verein Schlossmuseum revidieren und die Aufwertung des Schlossmuseums mit der Schaffung eines Stadtmuseums verbinden |
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| Montag, den 08. Dezember 2008 um 14:02 Uhr |
![]() Die CDU Stadt verordneten Ludwig Achenbach und Irene Jost-Göckel kritisieren die Kürzung des städtischen Zuschusses ans Schlossmuseum um 60.000 Euro und die Beschränkung der Förderung auf das Porzellanmuseum. Achenbach, Stadtverordneter mit langjähriger Mitarbeit im Kulturarbeitskreis seiner Fraktion und im Denkmalbeirat, nimmt dies zum Anlass, um den Magistrat nach der Möglichkeit eines gemeinsamen Schloss- und Stadtmuseums am bisherigen Standort zu fragen – gemeinsam mit seiner Fraktionskollegin Irene Jost-Göckel. Als neue Stadtverordnete hat die an vielen kulturellen und bürgerschaftlichen Projekten Beteiligte ihre Arbeit im Kulturausschuss aufgenommen. Erlebbarkeit hessen-darmstädtischer Geschichte und ihrer Bedeutung für die StadtAchenbach: „Zum Erhalt und zur Entwicklung einer vielgestaltigen Darmstädter Museumslandschaft gehört unabdingbar auch ein Stadtmuseum als Ort der Identität und damit der Verantwortung der Bürgerinnen und Bürger für das Gemeinwesen. Das Schlossmuseum zeigt mit kulturhistorischen Exponaten die Entwicklung des Hauses und der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, und damit auch der Residenzstadt Darmstadt. Die Exponate sind nicht nur in ihrer künstlerischen Bedeutung zu betrachten – die keineswegs pauschal abqualifiziert werden kann – sondern vor allem mit ihrer historischen Aussagekraft. Hier wäre der geeignete Ort, unter Zusammenführung und Neukonzeption mit den reichlich vorhandenen Archivalien und weiteren Exponaten im städtischen Besitz und von weiteren Leihgebern oder Stiftern ein Museum für die Stadtgeschichte Darmstadts einzurichten, der ehemaligen Residenzstadt von Landgrafschaft und Großherzogtum Hessen-Darmstadt und Hauptstadt des Volksstaates Hessen“.Nach dem Wegfall des Schlossmuseums, der durch die eingangs erwähnte Entscheidung des Magistrats drohe, gebe es in Darmstadt keinen Ort mehr zur Erlebbarkeit der hessen-darmstädtischen Geschichte und ihrer Bedeutung für die Stadt, so Achenbach, zu dessen beruflichen Stationen eine mehrjährige Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Geschichte der TH Darmstadt gehört. Holbein-MadonnaIn Schlossmuseum, Porzellanmuseum und Jagdschloss Kranichstein werde sehr gute Arbeit geleistet, ergänzt Irene Jost-Göckel. Aber die beiden letztgenannten Häuser seien spezialisiert – das Jagdschloss liege außerdem nicht zentral in der Stadt. Das Hessische Landesmuseum schließlich sei ein Universalmuseum und habe andere Aufgaben. Nach seiner Wiedereröffnung werde es der der geeignete Ort sein, die Holbein-Madonna sicher und fachgerecht einem großen Publikum zu präsentieren. Auf die Rückkehr der Madonna, ursprünglich mit großem publizistischen Aufwand für 2009 verkündet, müssten die Darmstädter nun genau aufpassen.Achenbach: „Nach dem Ende der Darmstädter Linie ist das Haus Hessen zwar weiter präsent in der Stadt, jedoch sollten kommunale Entscheidungen vor diesem Hintergrund die landgräfliche Familie eher zu Fortsetzung und Verstärkung des Engagements motivieren – der Rückzug aus dem Schlossmuseum ist das Gegenteil davon“. Karin Wolff: Basis für Zusammenarbeit mit dem LandDie Stellvertretende CDU-Kreisvorsitzende Karin Wolff begrüßt diese kommunale Initiative „außerordentlich“, Wolff: „Ebenso wie das Haus Hessen muss das Land klare Signale der Stadt erhalten, die das Engagement von Landesseite aus komplementieren und ein gemeinsames weiteres Vorgehen unterstützen“. Mit Projekten wie der Sanierung des Staatstheaters, dem Justizneubau am Mathildenplatz, Investitionen bei der GSI oder dem jüngsten Erwerb des alten Roether-Geländes für die Hochschule Darmstadt habe das Land gezeigt, dass es zu Darmstadt stehe. Es sei eine reizvolle und notwendige Aufgabe, Konzepte für ein Schloss- und Stadtmuseum zu entwickeln und umzusetzen.Authentischer Ort für fehlendes StadtmuseumEin Schloss- und Stadtmuseum oder ein „Stadtmuseum im Schloss“ auf dem authentischen Areal des alten Katzenelnbogener Wasserschlosses und damit der Kernzelle der Stadt wäre nach Meinung Achenbachs der ideale Platz für eine umfassende Neukonzeption unter Sicherung der bisherigen Bestände. Es gehe hierbei nicht um eine Hofgeschichtsdarstellung die 1918 endet. Die Stadtgeschichte müsse natürlich thematisch eigenständig und fortlaufend dargestellt werden. Allerdings beschränke sich die Bedeutung der Residenzstadt nicht nur auf Kulturgeschichte und höfisches Leben, sondern könne sehr wohl mit modernen sozialgeschichtlichen Maßstäben präsentiert werden. Dass beispielsweise die für Darmstadt besonders wichtige Industrialisierung gerade in Residenzstädten ihren Anfang nahm weil hier die Zünfte weniger Einfluss hatten, sei nur einer der vielen Aspekte in diesem Zusammenhang.Magistrat „schlechter Sachwalter“ für die Stadt?Achenbach und Irene Jost-Göckel abschließend: „In Darmstadt fehlt ein Stadtmuseum. Dieses schaffen und den Erhalt der Zeugnisse des Schlossmuseums sichern – ist eine Aufgabe des Magistrats, die nicht nur von Haushaltsberatung zu Haushaltsberatung kurzfristig betrachtet werden kann – sondern mit langfristigen Konzepten und starken Partnern umgesetzt werden muss. Allerdings sollte die Verwirklichung deutlich vor dem 700-jährigen Stadtrechtsjubiläum 2030 erfolgen. Wenn zwischenzeitlich die Bestände des Schlossmuseums verstreut oder nicht mehr zugänglich sind, war der jetzige Magistrat ein schlechter Sachwalter für die Stadt“.Kleine Anfrage zum ThemaDeshalb fragen die beiden christdemokratischen Stadtverordneten nach den Möglichkeiten des Magistrats, den Rückzug aus dem Verein Schlossmuseum bzw. die Kürzung der Förderung zu revidieren, um mit einer solchen Revision alle Möglichkeiten offenzuhalten für eine Neuordnung der Darmstädter Museumslandschaft. Besonders zu berücksichtigen sei hierbei die ursprünglich für 2009 vorgesehene Rückkehr und angemessene Präsentation der Holbein-Madonna in Darmstadt sowie die Nutzung möglicher Synergien am Standort Schlossmuseum für ein Museum für Stadtgeschichte der Residenzstadt Darmstadt. |




