Die Haushaltslage stelle sich nämlich wesentlich dramatischer dar, als bisher bekannt. So seien die Kassenkredite, vergleichbar mit einem Dispokredit, bis an ihre Obergrenze ausgereizt, die weiteren Altschulden drücken zusätzlich, ebenso Verbindlichkeiten der Eigenbetriebe und der Investitionsstau in vielen Bereichen der städtischen Infrastruktur.
"Grün-schwarz tritt ein schweres Erbe an. Das sollte der SPD besser bekannt sein, als allen anderen. Wenn Herr Benz das alles jetzt als längst bekannt darzustellen versucht, ist das unredlich. Schließlich tragen die Oberbürgermeister und Kämmerer der SPD seit vielen Jahren die Verantwortung für die Finanzmisere, in der sich die Stadt heute befindet. Warum das Parlament beispielsweise über die Entwicklung der Kassenkredite nicht informiert wurde und sowohl der ehemalige Oberbürgermeister als auch der Kämmerer kurz vor den Wahlen im März die finanzielle Lage der Stadt weit positiver dargestellt haben, wird noch parlamentarisch aufzuarbeiten sein. Der Eindruck verfestigt sich, als hätten die Verantwortlichen den Haushalt bis zuletzt sehenden Auges voll vor die Wand laufen lassen. Wer so agiert, hat die Zahlungsunfähigkeit unserer Stadt riskiert. Das ist in hohem Maße unverantwortlich", so Kotoucek.
Die neue Stadtregierung müsse sich nun gemeinsam mit Mitarbeitern und Bürgerschaft mühsam an die Aufräumarbeiten machen, Einsparvorschläge erörtern und umsetzen. "Angesichts ihrer jahrzehntelangem Verantwortung in diesem Bereich, wäre die SPD gut beraten, aktiv und ein ganzes Stück weit demütiger an der Lösung der von ihr verursachten Probleme mitzuwirken", fordert Kotoucek.
Der CDU-Fraktionsvorsitzende Hartwig Jourdan lobt die Zusammenarbeit der Dezernenten und städtischen Mitarbeiter. "Erstmals seit langem, arbeiten Oberbürgermeister und Dezernenten gemeinsam an einer Lösung der Probleme. Allein das ist schon ein Novum, das Hoffnung macht. Wir sind zuversichtlich, dass gemeinsam mit den städtischen Mitarbeitern, Fraktionen des Stadtparlaments und Bürgerinnen und Bürgern künftig eine bessere Haushaltspolitik gelingt. Transparenz, eine neue und verständliche Haushaltssystematik und ordentliche Kommunikation werden dafür die Grundlage bilden", macht der CDU-Politiker deutlich. Ebenso wie sein Kollege fordert er Ehrlichkeit in der Diskussion und konstruktive Beiträge der Opposition ein.
"Wer es wie die SPD viele Jahre versäumt hat, selbst kleine Konsolidierungsschritte umzusetzen, darf sich nicht wundern, wenn nun größere Schritte auf dem Weg zurück zu einem geordneten städtischen Haushalt erforderlich werden. Unser Ziel ist es, die finanzielle Handlungsfähigkeit unserer Stadt wiederherzustellen und dauerhaft zu sichern. Das es mit einem "Weiter-So" alleine nicht getan ist und Einsparvorschläge einerseits und Einnahmeerhöhungen anderseits nun auch endlich umgesetzt werden müssen, ist die einzig verbleibende Konsequenz. Wir müssen jetzt handeln, um nicht das letzte bisschen Einflussmöglichkeit auch noch zu verlieren. Populismus und den Menschen etwas vorzumachen, ist sicher nicht der richtige Weg. Sachlichen und realistischen Konsolidierungsvorschlägen von SPD und FDP gegenüber sind wir aufgeschlossen", unterstreicht Hartwig Jourdan abschließend.


Kommentare
. . . nur man möge mir eines erklären:
Wenn der städtische Wohnungsbestand (700) an ein städtisches Unternehem (Bauverein) verkauft wird (dieser dafür Kredit aufnehmen muss) und der 2 stellige Millionenbetrag im Haushalt eingestellt und verplant wird, dann sind das doch zusätzliche Schulden, die gemacht werden. Es wird zwar nicht direkt, sondern über eine Tochter Kredit aufgenommen. Was macht da den Unterschied?
Ich kann mich erinnern, dass der jetzige Bürgermeister Herr Reisser, vor der Wahl 50% von "Hebungserlös" zur Schuldentilgung verwenden wollte. Vergessen?
Als jemand, der die die Grundrechenarte n beherrscht, komme ich mir etwas veralbert vor.
Was sagt Herr Schellenberg dazu, der sicher besser rechnen kann, als ich?
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