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Christof Lorang, Vorsitzender

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, 

vor ein paar Wochen las ich in einem Leserbrief, China solle als größter CO2-Produzent gefälligst zuerst mit der CO2-Verringerung beginnen. Zufällig hatte zu gleicher Zeit die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung eine Beilage zum Thema Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Eine Grafik auf der ersten Seite zeigte dann auch: China produzierte 2017 mit 9.839 Millionen Tonnen so viel CO2 wie kein anderer Staat. Die USA folgten mit 5.270 Millionen Tonnen auf Platz zwei, Deutschland emittierte 799 Millionen Tonnen. Für Deutschland ist dies sogar gegenüber den Referenzzahlen von 1990 ein Rückgang knapp 25%. Also wirklich China der große Sünder? 

Ich habe mir dann mal die Mühe gemacht, und habe das mit Hilfe der Bevölkerungzahlen, die Wikipedia für die Länder angibt, in einen pro-Kopf-Verbrauch umgerechnet. Siehe da, es ergibt sich ein ganz anderes Bild. Die USA führen nun mit 16,67 Tonnen pro Kopf und pro Jahr, Russland folgt mit 11,68 Tonnen, Deutschland liegt mit 9,63 Tonnen pro Kopf knapp vor Japan und weit vor China mit 7,05 Tonnen. Allerdings auch weit vor Indien, wo 2017 jeder Mensch 1,80 Tonnen pro Kopf verbrauchte. Eine Zahl, die mir Angst macht, denn Indien entwickelt sich rasant.  

Was heißt das für uns? Wir sollten unsere Hausaufgaben machen und versuchen, Energie und Ressourcen nicht zu verschwenden. Muß das Licht wirklich angeschaltet sein, obwohl ich nicht im Zimmer bin? Kann ich zum Bäcker heute mit dem Rad fahren? Möchte ich zum Kaufen in der Innenstadt von Darmstadt nicht doch lieber die Straßenbahn nehmen?  

Ich habe mir dann auch mal den Spaß gemacht, für mich persönlich meinen CO2-Verbrauch im Verkehr und im Haus (Gas und Strom) auszurechnen. Bei Strom finden Sie den CO2-Ausstoß pro kWh auf Ihrer Stromrechnung. Der CO2-Bedarf je kWh betrug 2018 im Mittel für Deutschland 435g/kWh. Bei Ihrem Tarif weicht das gegebenenfalls ab. Bei Gas ist der CO2-Bedarf je kWh etwa 200g/kWh. Bei Ihrem Auto können Sie mal nachsehen, was die Zulassungspapiere ausweisen. Den CO2-Bedarf des eigenen Konsums kann man schwierig selbst ausrechnen. Da muß ich Sie auf die CO2-Rechner verweisen. Wenn Sie das Experiment machen, werden Sie aber sicher sehen, daß Wohnung und Verkehr große Posten in Ihrer CO2-Bilanz sind. Und Sie werden sehen, wo Sie im Vergleich zum Mittelwert liegen. Ich habe das Experiment mal gemacht. Wohnung liege ich ganz gut, Verkehr eher nicht, weil ich sehr weite Strecken pendele. Vielleicht doch mal öfters Homeoffice machen. Dafür fliege ich selten.  

Ich will nicht die Moralkeule schwingen. Aber ich glaube, es hilft, sich die Zahlen mal bewußt zu machen. Der CO2-Anteil in der Luft nimmt stetig zu. Ich habe im Erdkundeunterricht Ende der 1980er Jahre noch 0,036% als Anteil in der Luft gelernt. 2013 wird die Zahl schon mit 0,04% angegeben. CO2 ist leider auch nicht das einzige Treibhausgas. Methan und Lachgas sind in Ihrer Wirkung viel schlimmer. Methan und Lachgas werden hauptsächlich in der Landwirtschaft freigesetzt. Ein bewußterer Umgang mit Lebensmitteln ist daher auch eine Hilfe.  

Am Ende möchte ich aber dennoch mal Mut machen. In der 1980er Jahren haben wir über Waldsterben, sauren Regen, Blei im Benzin, verdreckte Flüsse und das Ozonloch diskutiert. Durch technische Verbesserungen, den Bau von Kläranlagen und das Verbot von FCKW sind die Probleme deutlich kleiner geworden. Ich hoffe und wünsche uns, es gelingt auch mit dem Treibhauseffekt.  

Anderes Thema: Wissen Sie noch, was Sie am ersten Tag der Deutschen Einheit am 03. Oktober 1990 gemacht haben. Ich war in einer Kaserne in Hessisch Lichtenau. Diese Kaserne gibt es wie viele andere nicht mehr, weil die Bundesrepublik die Zahl ihrer Soldaten gemäß dem Einigungsvertrag von knapp 600.000 auf 390.000 und später 330.000 verringern mußte. Aber das will ich eigentlich gar nicht sagen: Ich wünsche Ihnen allen die gute Stimmung dieser Tage und Jahre für unseren Nationalfeiertag und auch darüber hinaus. 

Herzlichst Ihr  
Christof Lorang  

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