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29.08.2018, 16:08 Uhr
Wie steht es um die stationäre Pflege in Hessen - ein Praxisbericht
Pflege: heute gut, morgen besser
Das Thema Pflege bewegt die Menschen in Hessen ebenso wie die CDU Landtagsfraktion. Um sich ein detailliertes Bild vom aktuellen Stand und Zustand der Pflege im Land machen zu können, lud die Parlamentariergruppe Über 60 (PG Ü60) / Parlamentskreis der Senioren Union (PSU) der CDU Fraktion unter Leitung der Darmstädter Abgeordneten Irmgard Klaff-Isselmann ein.
Als fachkundige Referentin konnte Frau Lucie Cordes vom Regierungspräsidium Gießen gewonnen werden. Als Dezernatsleiterin ist sie zuständig für die Fachaufsicht über die regionalen Betreuungs- und Pflegeaufsichten und dient als Mittelbehörde zum Sozialministerium. Direkt aus der Praxis der Pflege berichtete Herr Andreas Straub vom Hessischen Amt für Versorgung und Soziales . Er ist Teamleiter für die Betreuungs- und Pflegeaufsicht im Hessischen Amt für Versorgung und Soziales Darmstadt und seit über 30 Jahren in diesem Bereich tätig. Dank des hessischen Gesetzes über die Betreuungs- und Pflegeleistungen haben sowohl die Behörden als auch die Anbieter von Seniorenheimen klare Vorgaben und Richtlinien, an die es sich zu halten gilt. Dabei üben die sechs regionalen Landesämter in Darmstadt, Frankfurt, Fulda, Gießen, Kassel, Wiesbaden die Aufsicht über die privaten wie öffentlichen Anbieter von Pflege- und Seniorenheimen sowie Einrichtungen der Behindertenhilfe aus. Darüber hinaus stehen diese auch für Beratungen zur Verfügung. Die Zahl der anlassbezogenen Prüfungen nimmt stark zu. Dabei handelt es sich fast ausschließlich um Beschwerden der Heimbewohner oder deren Angehörige, so Frau Cordes. Meistens geht es dabei um das Personal, die Betreuung bzw. Pflege oder die Medikamentengabe. Wobei auch hier Prävention klar vor Repression geht, betont die Dezernatsleiterin. Die meistens vorhandenen Einrichtungsbeiräte tragen nicht nur dazu bei, dass sich die Heimbewohner mitbestimmend einbringen können, sondern helfen auch, dass Probleme schnell gegenüber der Heimleitung oder den Ämtern artikuliert werden können. Dafür sind die Aufsichtsämter da, um die Einhaltung der Gesetze und Verordnungen zu überwachen. Dank multiprofessioneller Arbeit durch Sozialarbeiter, Pfleger, Juristen und Verwaltungsangestellte können die Probleme erkannt und angegangen werden. Dabei überwacht man allumfassend sowohl Pflegeeinrichtungen für ältere Menschen wie Menschen mit Behinderung, als auch ambulante Pflegedienste. Alleine im stationären Bereich sind es über 2.000 Einrichtungen sowohl für ältere Menschen als auch für jene mit einer Behinderung. Anzahl steigend. Dies sei auch dem demographischen Wandel geschuldet, so Cordes. Wichtig ist, dass man für die Menschen vor Ort präsent sein möchte und sich sinnvoll mit den Pflegekassen und anderen Institutionen abstimmt. Dies gewährleistet eine gute Arbeit und eine qualitativ hochwertige Pflege. Immerhin hat auch die zukünftige Einführung der generalistischen Ausbildung im Bereich der Alten- und Krankenpflege zu einer gewissen Entspannung beigetragen sowie einer Verbesserung in der Qualität, allen Unkenrufen zum Trotz. Ebenso fördert der Wegfall des Schulgeldes für die Ausbildung die Suche nach Nachwuchs. Hessen ist zudem auf einem guten Weg, wenn es um den Abbau von Bürokratie geht. Straub lobt, dass das Land federführend dabei sei, gerade die nötigen Dokumentationen nicht größer ausfallen zu lassen als die eigentliche Pflegearbeit einnimmt. Die Landtagsabgeordnete Klaff-Isselmann verspricht, dass dieses wichtige Thema ganz oben auf der Agenda steht und man sich weiterhin intensiv damit beschäftigt. Infos unter: www.rp-giessen.de  Soziales  Hess. Betreuung- und Pflegeaufsicht

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